Fachbericht
Falten im Gesicht – die Sonne ist nicht der Übeltäter!
Woher die unterschiedliche Faltenbildung? Woher kommen die Falten?
Natürlich mit dem Alter. Zu dieser Erkenntnis käme man vermutlich auch ohne eine umfangreiche Studie. Interessanter daher die Aussagen über die anderen mehr oder weniger bekannten “Faltenmacher”. Unter diesen hat sich in der öffentlichen und vor allem in der veröffentlichten Meinung ein Hauptübeltäter fest eingeprägt: die Sonne! Genauer: Die UVA-Strahlen der Sonne und besonders der Sonnenbank.
In dieses vor allem von Dermatologenverbänden liebevoll gemalte Feindbild frisst jetzt eine aktuelle Studie häßliche Löcher: Verantwortlich für die Falten ist, neben dem Alter selbstverständlich, starkes Rauchen – und das männliche Geschlecht. Männerhaut faltet sich halt früher und stärker als Frauenhaut. Der Aufenthalt an der Sonne dagegen hat kaum eine Bedeutung für die Faltenbildung.
Dunklerer Hauttyp und Bräunungsfähigkeit (gemessen an dem “erblichen” Melanocortinrezeptor 1, MC1R, der die Bräunung der Haut steuert) schützen vor Faltenbildung. Ebenso übrigens auch ein höherer Bildungsgrad, der – zumindest in dieser Studie – mit einer stärkeren Pigmentierung einhergeht.
“Die Summe der Aufenthalte an der Sonne im Verlauf des Lebens ist in manchen Studien als
einer der Gründe für vorzeitige Hautalterung (hier: im Bereich der Augenpartien) genannt.
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In unserer Untersuchung aber zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Faltenbildung und
Sonnen-Exposition,” so die Autoren der Studie.
In dieser Studie britischer, italienischer und holländischer Forscher waren 1.341 Frauen und
Männer auf drei Anzeichen von Hautalterung hin “vermessen” worden, darunter die Bildung
von Falten rund um die Augen, einem Bereich, in dem sich die Hautfalten am frühesten und
häufigsten bilden.
Die Wissenschaftler untersuchten dann die Bedeutung bekannter Faktoren für den Grad der
Hautalterung: Alter, Geschlecht, Rauchen, Aufenthalt an der Sonne, Body Mass Index (BMI),
Bildungsgrad und Nutzung von Sonnen-Kosmetika. Die Faltenbildung wurde bestimmt durch
fotographische Aufnahmen der Augenregion und die Zuordnung zu bestimmten
“Falten-Klassen”.
Bei zwei anderen Messgrößen für Hautalterung, der Sichtbarkeit von Blutgefäßen an der
Hautoberfläche und einer unregelmäßigen Pigmentierung, spielte die Besonnung eine gewisse,
allerdings nur überraschend geringe Rolle.
Zusammenfassend kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die Faltenbildung (rund um
die Augen) nicht als Anzeichen für mehr Aufenthalt an der Sonne gewertet werden kann.
Quelle: Eurekalert
Studie: M. Suppa et al., The determinants of periorbital skin aging in participants of a melanoma
case control study in the UK, British Journal of Dermatology, vorab online veröffentlicht 23. Juli 2011